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IAA Frankfurt: Debakel für die einst so große Autoschau

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Frankfurt am Main, 15.09.2019, 16:30 Uhr
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IAA 2019 - Proteste, Demos und Blockaden
IAA 2019 - Proteste, Demos und Blockaden  Bild: greenpeace.com

Frankfurt am Main [ENA] Die "68. Internationale Automobil-Ausstellung" (IAA) in Frankfurt wurde am, 12. September 2019, von Bundekanzlerin Angela Merkel offiziell eröffnet. Die einst so glamouröse Autoschau erlebt in diesem Jahr ein Desaster, ausgelöst durch zahlreiche Proteste, Demonstrationen und Blockaden.

Die Bundeskanzlerin appellierte in ihrer Eröffnungsrede an die Autobauer und sagte: ,,Wir müssen von heute bis 2030, 40 Prozent der CO2-Emissionen im Verkehr reduzieren, das sind die Vorgaben die wir uns gesetzt haben um die Klimaziele zu erreichen. Und das ist eine Herkules-Aufgabe." Über den Dieselskandal und die klimaschädlichen Geländewagen sprach die Kanzlerin nicht. Greenpeace-Aktivisten standen beim Messerundgang der Bundeskanzlerin auf den Dächern einiger SUVs und hielten Plakate hoch mit der Aufschrift - "Klimakiller".

Auf ihrem traditionellen IAA-Rundgang besuchte die Regierungschefin unter anderem den Opel-Stand in Halle 11. Dort informierte Opel Hauptgeschäftsführer Michael Lohscheller die Kanzlerin über die Elektrifizierungsstrategie des deutschen Herstellers. ,,Unter den fünf IAA-Premieren von Opel sind mit dem Corsa-e, dem Grandland X als Plug-in-Hybriden und dem Corsa-e Rally gleich drei neue Stromer. Bis 2024 werden alle Opel-Baureihen elektrifiziert sein", so Lohscheller.

Frankfurter OB von der IAA ausgeladen

Der Frankfurter Oberbürgermeister, Peter Feldmann, wurde nach eigenen Angaben, nicht zur diesjährigen IAA-Eröffnung eingeladen. Grund: Wegen eines kritischen Redetextes den er bei der Eröffnung vortragen wollte. Jetzt hat Feldmann seine nichtgehaltene Rede auf Facebook veröffentlicht. Darin sagte er - "Man dürfe die Verantwortung für die Produkte nicht bei den Verbrauchern abladen, sondern brauche eine Automobilindustrie, die sich gesetzeskonform verhalte. Es könne auch nicht sein, das Parkhäuser neu gebaut werden müssen, weil die Autos heute größer werden. Man brauche eine Mobilitätswende, um den Klimawandel aufzuhalten".

Demos, Proteste und Blockaden vor den Toren der IAA

Am Samstag, 14. September, wurde erneut vor den Toren der IAA demonstriert: Der Fahrradclub ADFC mit einigen Verbündeten forderten eine schnelle Verkehrswende und 900 Millionen Euro Bundesetat für besseren Radverkehr. In einer Rad-Sternfahrt fuhren auf 13 Routen rund 18.000 Radfahrer und mehr als 8.000 Menschen zu Fuß, sie sammelten sich vor der IAA-Messe und haben dort friedlich demonstriert. Die Proteste gehen nicht alleine gegen die Autobauer, sonder auch gegen die Politik.

Autobauer im Gegenwind

Gefordert wird eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik für besseren Klimaschutz und der Autoindustrie wird vorgeworfen, statt den Wandel zu emissionfreier Elektromobiltät entschlossen voranzutreiben, setzen sie weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen. Weiter wird gefordert, eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h, Ausbau von Bus- und Bahnverkehr, Vorrang für Fuß- und Radfahrer sowie das Ende für protzige Spritschlucker und immer größere SUVs. Eine ältere Demonstrantin sagte: ,,Wir haben nicht mehr lange Zeit - und all das Geblubber von Politik und Wirtschaft geht mir auf den Nerv. Ich hab Enkel und für die bin ich hier."

Die IAA in Frankfurt geht noch bis zum 22. September und auch die Proteste werden wohl bis zum Messe-Finale fortgesetzt.

Bundeskanzlerin besucht die IAA (Foto: Bundesregierung/Kugler)
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