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Gericht droht Hennes Strafzahlung von 250.000 Euro an

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 20.09.2019, 09:23 Uhr
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Köln [ENA] Gegen Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro hat das Landgericht Köln dem vom Erzbistum entlassenen Düsseldorfer Stadtdechanten Ulrich Hennes die weitere Verbreitung “unwahrer Behauptungen” untersagt. Laut Diözesankurie wurde Hennes per einstweiliger Verfügung verboten, von einem angeblichen Angebot des Erzbistum zu sprechen, er könne im Falle von Schuldanerkennung und Ämterverzicht Priester bleiben.

In einer nächtlichen Pressemitteilung erklärte das Generalvikariat am (heutigen) Freitag weiter, der Gerichtsbeschluss stärke die Position des Erzbistums Köln in der Auseinandersetzung mit dem von seinem Amt als Stadtdechant entpflichteten Priester. Demnach hat das Gericht ihm verboten zu behaupten, Grund für die Fortdauer seiner Beurlaubung sei „eine völlig an den Haaren herbeigezogene Mitteilung eines Mannes bezüglich eines angeblichen einmaligen und einvernehmlichen sexuellen Kontakts unter Erwachsenen im Jahr 2001“. Ebenso sei ihm gerichtlich untersagt zu verbreiten, das Erzbistum habe das Angebot gemacht, „falls“ er „freiwillig unter Anerkennung seiner Schuld auf seine Ämter verzichte, gebe es für ihn eine Zukunft als Priester“.

Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte Hennes am Donnerstag von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden, weil dieser die seelsorgliche Notlage eines ratsuchenden jungen Mannes ausgenutzt habe, um “sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen”. Hierdurch habe Hennes das besondere Vertrauen, das ihm als Priester entgegengebracht worden sei, “für seine eigenen Interessen ausgenutzt”. Dieser Vertrauensbruch stelle “ein schweres Vergehen dar”, dass das “Vertrauen in Hennes” tief erschüttere, teilte die Kurie mit. Während Hennes bestreitet, dass es zu sexuellen Handlungen gekommen sei, halten die Verantwortlichen des Erzbistums die Aussage des Betroffenen für glaubwürdig, zumal dieser eine Versicherung an Eides Statt abgegeben habe.

Ausserdem habe er fünf Personen benennen können, denen er in zeitlicher Nähe zum damaligen Geschehen von der für ihn verstörenden Begegnung mit dem Priester berichtet habe. Hennes habe gleichwohl über seinen Anwalt die “unwahre Behauptungen” verbreiten lassen. Generalvikar Markus Hofmann habe Hennes am Mittwoch in einem persönlichen Gespräch die “Chance eingeräumt, sich zu seinem Fehlverhalten zu bekennen, dafür auch in der Öffentlichkeit geradezustehen und Verantwortung zu übernehmen”, heisst es in der erzbischöflichen Pressemitteilung.

Der Bonner General-Anzeiger zitierte Hennes-Verteidiger Peter Schnatenberg mit der Äusserung, die Schilderung der sexuellen Belästigung stamme "aus dem Reich der Fantasie” und sei unwahr. “Die beiden Männer haben gemeinsam gekocht, mehr nicht." Der Anwalt wolle gegen eine Amtsenthebung als Pfarrer, gegen eine Entpflichtung als Stadtdechant, vor allem aber gegen das Zelebrationsverbot vorgehen. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel hat laut Express in einem Brief an Kardinal Woelki die “vollständige Rehabilitation” von Hennes gefordert, dessen Verfahren wegen strafrechtlicher Vorwürfe mit “einem Freispruch erster Klasse” geendet habe. Die erhobenen Vorwürfe seien “nachhaltig entkräftet” worden.

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